Das Haus

 

Das HAUS weitet sich zur Welt, die ganze Welt muß nach dem Muster eines wohlgezimmerten HAUSES aufgebaut sein. Als HAUS stellte man sich das Jenseits vor. Im "HAUS des Lichts" hatte der chinesische Herrscher die kosmische Ordnung zu wahren. Im HAUSE wurden in älterster Zeit oft Verstorbene beigesetzt. Das HAUS, als in sich abgeschlossener Bezirk, der dem menschlichen Leben eine Mitte gibt, Symbol des Kosmos. Im HAUS wurde unterhalb der Schwelle bestattet. Zum HAUS Gottes wird im Neuen Testament die christliche Gemeinde. Wie ein HAUS wurde das Grab außerhalb des HAUSES ausgestattet. Das HAUS, in einem übertragenen Sinne von Gott erbaut, ist Symbol der Geborgenheit. In HAUSURNEN wurde die Asche verwahrt. Das HAUS ist heilige Mitte, wo der Mensch Gott nahe ist. Wenn im HAUS jemand stirbt, so werden alle Bewohner geweckt. Geschieht dieses nicht, so bekommen die Menschen und Tiere den sogenannten Totenschlaf. Die Welt ist das gemeinsame HAUS der Götter und Menschen. Betritt jemand ein HAUS im selben Augenblick, wie jemand es verläßt, so triffl die Bewohner ein Unglück. Um das HAUS läuft man nackt sonnenläufig gegen die Pest. Im HAUS wohnen besondere Schukgeister, sie gehen zum Teil auf Ahnengeister zurück. Durch Umgehen des HAUSES soll ein magischer Kreis gegen alles Böse gezogen werden. Leerstehende HÄUSER sind meist wegen eines Spukes verlassen, oder, weil unbewohnt, von Geistem in Besitz genommen worden. Die Ochsen dreimal um das HAUS geführt von einem zauberkundigen Mann bannt Geister. Beim Abbruch eines HAUSES wird ein läßtiges Gestenst am mitziehen gehindern, indem man an der alten Stelle zwei Ziegel in Form eines Daches aufstellte, damit es da wohnen kann. das HAUS schmücken mit grünen Zeigen, um das Ubel zu vertreiben und Glück und Segen zu bannen. Leerstehende HÄUSER werden von Geistem in Besitz genommen, daher soll man vor dem Eintreten in eine leere Sennhütte anklopfen und um Einlaß bitten. Das HAUS reißt man nieder, um einen Poltergeist loszuwerden. Um das HAUS laufen vor Sonnenaufgang am Karfreitag bewahrt vor Schaden. Vor dem Abbruch eines HAUSES wird meist eine Führbitte bestellt. Beim Abbruch des HAUSES verschwindet das Gespenst. Nach dem Abbruch des HAUSES hörte man nichts mehr von dem Geist, aber die Sellen des alten Hauses mußten noch Jahrelang auf dem Platz liegen, bis sie verfaulten. Beim Abbruch eines HAUSES sieht man auf dem letzten Balken ein kleines Männlein sitzen. Das Niederreißen des HAUSES war nach altem Recht eine besonders schwere Strafe. Als einmal ein HAUS abgerissen war, sah man das Holzmännlein und -weiblein am Bache ihre Kleider waschen. Sie sagten, sie wollten nun ausziehen; seitdem war auf dem Gute kein Segen mehr. Dreimal unter der Dachtraufe um das HAUS laufen schützt vor der Gstampa und Berchta. Beim HAUSKAUF muß die Tür offen sein. Beim HAUSVERKAUF bleiben die Bibel, ein Tisch und zwei Stühle als Inventar. Wer sein HAUS verkauft, soll nicht als Mieter drin wohnen bleiben. Das HAUS wird auch vom Hausotter oder der Hausgeister verlassen, wenn die Bewohner ausziehen. Wer ein neues HAUS im Traum sieht, stirbt entweder selbst oder es wird ein Toter im Hause sein. Was in einem neuen HAUS geträumt wird beim ersten Schlafen, wird wahr.

Text: Jutta Konjer

Veröffentlicht im Ausstellungskatalog; Ontmoetingen/Begegnungen, 2000

"Die Pferde sind los" - Text von Gudrun Thiessen-Schneider
zu der Arbeit von Jutta Konjer

"...wo ist denn da der Unterschied..."

Der Hund

Alle meine Entchen...

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